Johannes Graf
43 Grad im Anmarsch: WHO warnt vor weiteren tödlichen Hitzewochen in Europa
Kaum ist der Juni-Hitzerekord verdaut, rollt die nächste Gluthitze heran: Für Portugal und Südspanien werden in dieser Woche bis zu 43 Grad erwartet, auch Frankreich und die Benelux-Staaten müssen sich auf neue Hitze einstellen. Nach einer Krisensitzung mit 41 europäischen Staaten warnt die WHO: Weitere tödliche Wochen könnten noch bevorstehen.
43 Grad im Süden: Die nächste Gluthitze rollt an
Nach den Rekordwerten im Juni – in Andújar in Südspanien wurden bereits 45,1 Grad gemessen – bahnt sich für die kommende Woche der nächste Hitzeschub an. Meteorologen erwarten für Portugal und den Süden Spaniens Spitzenwerte um 43 Grad, in Frankreich und den Benelux-Staaten steigen die Temperaturen ebenfalls wieder deutlich an. Ein stabiles Hochdruckgebiet blockiert kühlere Atlantikluft und sorgt dafür, dass sich die Hitze über Tage hinweg festsetzt – für weite Teile Süd- und Westeuropas droht damit die dritte markante Hitzewelle des Sommers.
Notrufe am Limit: Die bisherige Bilanz ist alarmierend
Die gesundheitlichen Folgen der bisherigen Hitzewellen sind gravierend: In Frankreich stiegen die Notrufe wegen Hitzebeschwerden in einigen Städten um bis zu 50 Prozent, London verzeichnete so viele lebensbedrohliche Notrufe wie nie zuvor an einem einzigen Tag. In Spanien wurden binnen weniger Tage über 300 hitzebedingte Übersterblichkeitsfälle registriert, europaweit forderte Hitze laut WHO in vier Jahren mehr als 200.000 Menschenleben. Besonders betroffen: Rund 60 Prozent der Krankenhauseinweisungen betrafen Menschen über 75 Jahre.
WHO fordert Handeln: Hitzeaktionspläne retten Leben
Am 6. Juli berief die WHO ein Krisentreffen mit Vertretern aus 41 europäischen Ländern ein, tags darauf warnte Regionaldirektor Hans Henri P. Kluge vor weiteren tödlichen Wochen. Sein Appell: Hitzeaktionspläne retten Leben, Länder mit Plänen hätten schnell reagiert, sich gut koordiniert und die Bevölkerung wirksam geschützt. Das Problem: Weniger als die Hälfte der WHO-Mitgliedsstaaten in Europa verfügt bislang über einen nationalen Hitzeaktionsplan, der Frühwarnungen mit konkreten Schutzmaßnahmen verknüpft.