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Grüne Schlieren im Badesee: Sommerhitze lässt Blaualgen explodieren

Abkühlung im Badesee klingt in der Hitze verlockend – doch an immer mehr Seen sorgen Blaualgen für Warnungen und Badeverbote. Die Cyanobakterien vermehren sich im warmen Wasser schlagartig und können für Menschen und vor allem für Hunde gefährlich werden. Ein Überblick, worauf man vor dem Sprung ins kühle Nass achten sollte.

​Von Bremen bis zum Bodensee: die Seen mit Warnung

In Norddeutschland häufen sich die Meldungen: Am Blender See im Landkreis Verden gilt je nach Wetterlage ein Badeverbot, am Stadtwaldsee (Unisee) in Bremen wird bei einem massiven Blaualgenvorkommen und einem erhöhten pH-Wert von 9,1 vom Baden abgeraten. Auch am Zwischenahner Meer im Ammerland und am Sander See in Friesland stehen Badestellen unter Beobachtung. Im Süden wurden unter anderem am Bodensee und am Altmühlsee Cyanobakterien nachgewiesen – teils mit Badeverbot.

​Warum Hitze die Bakterien explodieren lässt

Blaualgen sind streng genommen keine Algen, sondern Cyanobakterien. Bei anhaltender Wärme und in nährstoffreichem Wasser vermehren sie sich förmlich explosionsartig und bilden dann grünliche Schlieren oder schmierige Teppiche, die oft 20 bis 30 Zentimeter unter der Oberfläche treiben. Fachleute weisen darauf hin, dass das Massenauftreten früher vor allem ein Problem des Spätsommers war. Dass die Blüten inzwischen so früh und so stark auftreten, gilt als Folge der zunehmend heißen Sommer.

​Gefahr für Kinder und Hunde

Manche Cyanobakterien bilden Giftstoffe. Kontakt kann Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen oder allergische Reaktionen auslösen, das Verschlucken größerer Mengen zudem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Hunde, für die belastetes Wasser sogar lebensbedrohlich werden kann. Als Faustregel gilt: Wer im hüfttiefen Wasser die eigenen Füße nicht mehr sieht, sollte nicht baden. Vor dem Ausflug lohnt ein Blick in die Badegewässer-Atlanten der Länder.