Johannes Graf
Zwischen dem 6. und 16. Januar: Wenn der Winter statistisch am kältesten ist
Der Winter hat seinen Ruf nicht umsonst – doch rein statistisch zeigt er seine kälteste Seite in Deutschland später, als viele vermuten. Langjährige Temperaturauswertungen ergeben ein recht klares Bild: Zwischen dem 6. und dem 16. Januar liegt im Mittel der kälteste Zeitraum des gesamten Jahres. Genau in diesen Tagen erreichen die durchschnittlichen Tages- und Nachttemperaturen ihren Tiefpunkt.
📉 Warum gerade Anfang Januar?
Obwohl die Wintersonnenwende bereits kurz vor Weihnachten liegt, kühlt sich die Atmosphäre in den Wochen danach weiter ab. Der Boden, die Gewässer und auch die Luft verlieren mehr Energie, als sie durch die noch schwache Sonneneinstrahlung zurückgewinnen. Diese Verzögerung – die sogenannte thermische Trägheit – sorgt dafür, dass die Kälte erst Anfang bis Mitte Januar ihren Höhepunkt erreicht.
Hinzu kommt, dass Hochdrucklagen mit klaren Nächten in dieser Phase besonders häufig auftreten. Sie begünstigen starke nächtliche Auskühlung und damit die tiefsten Mittelwerte des Winters.
🌡️ Der typische Temperaturverlauf im Winter
Der Dezember bringt oft die ersten Frosttage, ist im Schnitt aber noch vergleichsweise mild. Im Januar folgt dann der eigentliche Winterkern, mit dem statistischen Kältemaximum zwischen dem 6. und 16. Januar. Danach steigen die Temperaturen nur sehr langsam wieder an.
Trotzdem heißt das nicht, dass nach diesem Zeitraum keine Kälte mehr möglich ist. Auch Ende Januar oder im Februar können markante Kaltlufteinbrüche auftreten – sie sind statistisch gesehen aber seltener und weniger dauerhaft. Der Winter verliert ab der zweiten Januarhälfte allmählich an Stabilität, bleibt aber bis in den März hinein ein ernstzunehmender Gegner.
Fazit: Wer wissen will, wann der Winter in Deutschland im Durchschnitt am härtesten zuschlägt, sollte sich die erste Januarhälfte rot im Kalender markieren. Genau dort liegt – rein statistisch – der kälteste Abschnitt des Jahres.