WHO warnt vor Hitze: Neuer Leitfaden soll Hitzetote in Europa reduzieren
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) hat am bundesweiten Hitzeaktionstag in Berlin einen neuen Leitfaden für sogenannte Hitzeaktionspläne vorgestellt. Ziel ist es, Staaten und Kommunen beim Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu unterstützen. Hintergrund sind zunehmend häufige und intensivere Hitzewellen in Europa.
Nach WHO-Angaben erwärmt sich Europa schneller als andere Weltregionen.
Allein in den vergangenen vier Jahren seien europaweit mehr als 200.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Stadtbewohner in stark versiegelten Gebieten. Hitze wirkt dabei oft unterschätzt: Sie verschärft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, belastet den Kreislauf und kann bei anhaltenden Extremtemperaturen lebensgefährlich werden.
In Deutschland registrierte das Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr rund 2.500 hitzebedingte Todesfälle. Der neue WHO-Leitfaden soll Behörden künftig als wissenschaftliche Grundlage dienen, um sogenannte Hitzeaktionspläne gezielter umzusetzen. Dazu gehören unter anderem verbesserte Hitzewarnsysteme, frühzeitige Kommunikation mit Risikogruppen sowie städtebauliche Maßnahmen wie mehr Grünflächen, Schattenzonen und kühlende Wasserflächen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte in Berlin, dass Hitzeschutz auch eine soziale Frage sei: Besonders Menschen in dicht bebauten Stadtvierteln ohne Zugang zu kühlen Rückzugsorten seien stark belastet. Langfristig könne vor allem mehr Stadtgrün helfen, Temperaturen lokal spürbar zu senken. Berlin gilt bereits als Vorreiter und hat einen umfassenden Hitzeaktionsplan mit zahlreichen Maßnahmen beschlossen. Auch andere Kommunen in Deutschland arbeiten an ähnlichen Konzepten, um besser auf künftige Hitzewellen vorbereitet zu sein.
Mit Blick auf den Klimawandel rechnen Experten damit, dass Hitzewellen in Deutschland künftig häufiger, länger und intensiver auftreten werden.
Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO Europa), Bundesumweltministerium (BMUKN), Land Berlin – Pressemitteilung zum Hitzeaktionstag vom 11.06.2026, Berlin
BMUKN: Pressekonferenz zum Hitzeaktionstag | Video