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Robert Koch-Institut: rund 9.800 Hitzetote in Deutschland – Nächte bringen keine Erholung

Die vierte Hitzewelle des Sommers erreicht heute ihren Höhepunkt, und die Nacht davor war die wärmste des Jahres. Zeitgleich zeigt die aktuelle Bilanz des Robert Koch-Instituts, was dieser Sommer gesundheitlich kostet: rund 9.800 hitzebedingte Todesfälle bis zum 19. Juli. Das ist mehr als in jedem kompletten Jahr seit 2016.

​Mehr Todesfälle als in jedem ganzen Jahr seit 2016

Das RKI schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle für die Kalenderwochen 15 bis 29 auf rund 9.800, mit einem Unsicherheitsbereich von 8.700 bis 10.900. Das entspricht 11,8 Fällen je 100.000 Einwohner. Über 5.000 davon fielen in die extreme Hitzephase der zweiten Junihälfte, weitere 1.900 allein in die Woche vom 13. bis 19. Juli. Wichtig zum Verständnis: Es handelt sich nicht um Einzelfallmeldungen, sondern um eine statistische Schätzung. Das RKI vergleicht die beobachtete Sterblichkeit mit dem Wert, der ohne Hitzebelastung zu erwarten wäre.

​Warum die Nächte über den Kreislauf entscheiden

Auffällig ist die Altersverteilung: 5.420 Todesfälle betreffen Menschen ab 85 Jahren, 2.460 die 75- bis 84-Jährigen, unter 65 Jahren sind es 630. Kritisch wird es laut RKI, wenn die Wochenmitteltemperatur über 20 Grad liegt – in der Woche bis zum 19. Juli waren es bundesweit 20,9 Grad. Genau dafür sind die Nächte entscheidend. Sinkt die Lufttemperatur nicht unter 20,0 Grad, spricht der DWD von einer Tropennacht, und dem Kreislauf fehlt die Erholungsphase. In der Nacht zum Dienstag blieb es im Raum Mannheim nicht unter 25 Grad.

​Kurze Entlastung, dann kehrt die Wärme zurück

Für heute meldet der Deutsche Wetterdienst nahezu landesweit starke, im Osten und Südosten teils extreme Wärmebelastung, dazu sind bis zu 38, örtlich um 39 Grad möglich. Ab Mittwoch fließt von Nordwesten kühlere Luft ein, begleitet von kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Am Freitag liegen die Höchstwerte verbreitet nur noch bei 24 bis 29 Grad. Die Entlastung dürfte allerdings kurz bleiben: Ab Samstag deutet sich wieder wärmere Luft an, Anfang nächster Woche sind am Oberrhein erneut 37 bis 38 Grad im Gespräch.