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Braune Blätter im Hochsommer: Bäume in NRW werfen Laub ab

Mitten im August färben sich Birken und Linden gelb, manche Kronen stehen schon fast kahl da. Was nach frühem Herbst aussieht, ist in Wahrheit ein Notprogramm: Nach dem fünften zu trockenen Monat in Folge werfen Bäume ihr Laub ab, um Wasser zu sparen. Doch nicht jedes braune Blatt ist ein kontrollierter Rückzug – und genau das macht Fachleuten Sorgen.

​Kahle Kronen schon im August

Besonders auffällig ist die Lage in Nordrhein-Westfalen: In der Eifel und in den Städten fallen vor allem bei Birken und Linden gelbe oder bereits kahle Kronen auf. Ende Juli galten rund 94 Prozent der Landesfläche als ungewöhnlich trocken. In Wuppertal mussten in diesem Jahr bereits knapp 1.000 vertrocknete Stadtbäume gefällt werden. Ein städtischer Forstfachmann sagte der dpa, die über 80 Jahre alten Buchen im Bergischen seien feuchtere, kühlere Sommer gewohnt und trockneten nun rasch aus. Der Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe zählt in 195 deutschen Städten seit 2018 mehr als 900.000 verlorene Bäume.

​Notprogramm oder Blattverbrennung

Hinter dem braunen Laub stecken zwei sehr unterschiedliche Vorgänge. Im günstigen Fall zieht der Baum vor dem Abwurf noch Nährstoffe aus den Blättern zurück und drosselt so gezielt die Verdunstung – ein geordneter Rückzug. Im ungünstigen Fall verbrennen die Blätter innerhalb weniger Stunden, der Baum verliert die eingelagerten Nährstoffe ersatzlos. Eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, im Frühjahr 2026 in Nature Climate Change erschienen, warnt: Wer beide Prozesse verwechselt, überschätzt womöglich die Widerstandskraft der Wälder gegenüber Hitze und Dürre.

​Kaum Entlastung in Sicht

Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Die DWD-Wochenvorhersage der Wettergefahren vom Dienstag, 11.08.2026, 11 Uhr, erwartet bis Donnerstag kaum markante Gefahren, dafür ab Donnerstag im Südwesten zunehmende Wärmebelastung. Erst am Samstag ziehen im Westen kräftige Gewitter mit Hagel und Starkregen auf, am Sonntag und Montag im Süden und Osten. Auf verhärteten Böden läuft solcher Starkregen jedoch oberflächlich ab und erreicht die tiefen Wurzeln kaum. Wie groß der Schaden ist, zeigt erst die Waldzustandserhebung – schon jetzt gilt nur etwa jeder fünfte Baum als gesund.