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Dürre trifft jetzt Mais und Grünland: Bayerns Höfe kaufen Futter zu, im Süden fehlt ein Drittel des Zuckers

Das Getreide ist eingefahren, doch die eigentliche Bewährungsprobe läuft gerade erst: Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln brauchen jetzt Wasser – und bekommen keins. Der Deutsche Wetterdienst sieht die Bodentrockenheit auf dem Niveau der Dürrejahre 2018 und 2022. Auf vielen Höfen im Süden geht schon das Winterfutter aus.

​Fünf Monate mit zu wenig Regen

Seit März liegen die Niederschläge bundesweit deutlich unter dem Mittel, im Süden fielen gebietsweise weniger als 150 Liter pro Quadratmeter und damit weniger als die Hälfte des üblichen Werts. Das hydrologische Jahr seit November 2025 zählt laut DWD zu den trockensten seit 1882. Entscheidend ist aber die Bodenfeuchte: In den obersten 60 Zentimetern liegt sie seit Ende Mai auf dem Niveau von 2018 und 2022, im Süden teilweise darunter. Genau aus dieser Schicht holen sich Mais und Rüben im Hochsommer ihr Wasser.

​Getreide im Silo, Mais noch auf dem Feld

Beim Getreide steht die Bilanz fest: Der Deutsche Raiffeisenverband senkte seine Schätzung auf 42,7 Millionen Tonnen, 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Winterweizen verlor rund zwölf Prozent, weil die Pflanzen in der Junihitze notreif wurden und kleinere Körner ansetzten. Bei den Sommerkulturen läuft die Uhr dagegen noch: 44 Prozent der vom Bayerischen Bauernverband befragten Betriebe bewerten ihren Mais als schlecht oder ausgefallen, in Nordbayern werden über 50 Prozent Ertragsverlust gemeldet. Die süddeutschen Zuckerrübenanbauer erwarten rund ein Drittel weniger Zucker.

​Futter wird knapp, Gewitter bringen kaum Entlastung

Fast 80 Prozent der bayerischen Betriebe bewerten ihr Grünland als schlecht oder ausgefallen, rund 40 Prozent kaufen Futter zu, in der Oberpfalz über die Hälfte. Im Allgäu fielen örtlich zwei Schnitte komplett aus. Für Sonntag und Montag kündigt der DWD einzelne Gewitter mit Starkregen in der Südhälfte an – auf verhärteten Böden läuft das Wasser aber oberflächlich ab, statt in die Tiefe zu sickern. Eine Attributionsstudie vom Juli sieht landwirtschaftliche Dürren in Westeuropa durch den Klimawandel rund fünfmal wahrscheinlicher.