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Waldbrände in Griechenland: Ein Feuer westlich von Athen verbrennt mehr Fläche als die ganze Saison zuvor

Ende Juli sah Griechenlands Feuersaison noch unauffällig aus – die verbrannte Fläche lag unter dem langjährigen Mittel. Dann brach am 31. Juli westlich von Athen ein Brand aus, der binnen Tagen mehr Wald und Macchia vernichtete als das gesamte Jahr davor. Jetzt sinkt die Warnstufe für Attika, doch an anderen Stellen des Landes flammen neue Feuer auf.

​Eine Woche dreht die Jahresbilanz

Bis zum 29. Juli hatte das europäische Waldbrand-Informationssystem EFFIS für Griechenland rund 8.600 Hektar verbrannte Fläche registriert – deutlich weniger als der langjährige Median von etwa 23.700 Hektar. Dann brach am 31. Juli bei Porto Germeno nordwestlich von Athen ein Feuer aus, das sich über das Kithairon-Gebirge bis in die Region Viotia fraß. Eine Satellitenauswertung des Nationalen Observatoriums Athen beziffert allein diesen Komplex auf rund 11.200 Hektar, dazu kommen etwa 6.000 Hektar auf Kreta und Paros. Ausgelöst wurde der Brand nach Behördenangaben durch Funken an einer schadhaften Stromleitung.

​Wind um 100 Kilometer pro Stunde

Entscheidend war nicht die Hitze allein, sondern ihr Zusammenspiel mit sehr trockener Luft und Wind. Über der Ägäis frischte der sommerliche Meltemi aus nördlichen Richtungen kräftig auf, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von Böen um 100 Kilometer pro Stunde, bei denen Löschflugzeuge und Hubschrauber zeitweise nicht mehr sicher fliegen konnten. Fachleute stuften das Feuer als Megafeuer ein – ein Brand, der über die aufsteigende Hitze eigene Wolken und Fallwinde erzeugt und dadurch schwer berechenbar wird. Mehr als 1.000 Menschen flohen, über 250 wurden per Boot von Stränden geholt.

​Warnstufe gesenkt, neue Feuer im Norden

Für Freitag, den 7. August, senkte der griechische Katastrophenschutz die Gefahrenstufe für Attika und Euböa von 4 auf 3 von 5 Stufen. Entwarnung ist das nicht: Neue Brände werden aus Thessalien bei Farsala, von Euböa, der Insel Skyros und der westlichen Peloponnes gemeldet, in Athen bleibt es sonnig, trocken und windig bei Höchstwerten um 36 Grad. Fünf Menschen kamen in der vergangenen Woche ums Leben, darunter zwei Besatzungsmitglieder eines Löschhubschraubers. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts besteht nicht, Urlauber sollten aber die Warnmeldungen des Systems 112 auf dem Handy aktiviert lassen.