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Sonnenfinsternis und Perseidennacht am 12. August: Was der Hochdruck über Deutschland für die Sicht bedeutet

Am Mittwoch, dem 12. August, schiebt sich der Mond vor die Sonne und lässt über Deutschland nur noch eine schmale Sichel übrig – bis zu rund 90 Prozent der Sonnenscheibe sind bedeckt. Wenige Stunden später erreichen die Perseiden ihr Maximum. Ob aus dem Doppelspektakel etwas wird, entscheidet allein die Bewölkung am Westhorizont.

​Schmale Sichel kurz vor Sonnenuntergang

Die Finsternis beginnt in Deutschland zwischen 19:11 und 19:24 Uhr MESZ, das Maximum folgt zwischen 20:05 und 20:17 Uhr. Bedeckt werden dann 84,4 Prozent der Sonnenfläche in Rostock bis 90,3 Prozent in Freiburg im Breisgau. Vielerorts sinkt die angeknabberte Sonne anschließend noch verfinstert hinter den Horizont. Total ist die Finsternis nur über Grönland, Island und Nordspanien, maximal 2 Minuten und 18 Sekunden über dem Atlantik. Eine vergleichbar tiefe Verfinsterung ist über Deutschland nach den Vorausberechnungen erst wieder 2081 zu erwarten.

​Der Westhorizont entscheidet

Meteorologisch ist das ein Grenzfall: Zum Maximum steht die Sonne nur 1,7 bis 7,3 Grad über dem Horizont. Der Blick führt damit durch eine extrem lange Luftschicht, in der schon flache Wolkenbänke, Dunst oder ferntransportierter Staub die Sichel verschlucken können. Fachleute bringen es auf die Formel, dass freie Horizontsicht wichtiger ist als jedes Teleskop. Gesucht ist also ein erhöhter Standort mit offenem Blick nach West-Nordwest. Direkt hinsehen darf man nur mit zertifizierter Finsternisbrille nach ISO 12312-2, Netzhautschäden sind irreversibel.

​Hochdruck hilft, aber die Modelle streiten

Die Chancen stehen nicht schlecht. Das europäische Modell hält den Hochdruckrücken über Mitteleuropa bis Mitte August, das amerikanische lässt ihn ab dem 15. August zusammenbrechen. Für den 12. August rechnen beide mit ruhigem Hochsommerwetter und verbreitet 30 bis 35 Grad, Restrisiko bleiben Quellwolken und einzelne Hitzegewitter am Abend. Wer bis in die Nacht bleibt, wird doppelt belohnt: Eine Sonnenfinsternis gibt es nur bei Neumond, deshalb fällt das Perseiden-Maximum in der Nacht zum 13. August in einen mondlosen Himmel. Unter dunklem Landhimmel sind 60 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde möglich.