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Frühe Vibrionen-Saison an der Ostsee: 17 Infektionen und zwei Todesfälle gemeldet

Die Ostsee ist in diesem Sommer früh warm geworden – und mit ihr vermehren sich Bakterien, die für manche Menschen gefährlich werden können. Das Robert Koch-Institut hat bis Ende Juli 17 Vibrionen-Infektionen registriert, zwei davon endeten tödlich. Warum ausgerechnet die Ostsee ideale Bedingungen bietet und wer jetzt vorsichtig sein sollte.

​Frühe Wärme, frühe Saison

Bis zum 12. Juli zählte das Robert Koch-Institut 14 in Deutschland erworbene Vibrionen-Infektionen – deutlich mehr als in den Vorjahren, als es zum gleichen Zeitpunkt vier Fälle (2025), neun Fälle (2024) und ein Fall (2023) waren. Bis Ende Juli stieg die Zahl auf 17 Fälle, zehn Männer und sieben Frauen, das Medianalter lag bei 70 Jahren. Zwei Menschen starben, laut RKI jeweils hochbetagt. Einer der Todesfälle betraf einen Berliner, der sich nach Behördenangaben an der mecklenburgischen Ostseeküste infiziert hatte.

​Warum die Ostsee ideale Bedingungen bietet

Vibrionen sind ein natürlicher Bestandteil vieler Küstengewässer. Kritisch wird es, wenn das Wasser über 20 Grad warm ist und der Salzgehalt niedrig bleibt, etwa zwischen 0,5 und 2,5 Prozent. Genau das beschreibt die deutsche Ostsee mit rund 0,8 Prozent. Nach der frühen Junihitze erwärmten sich die flachen Buchten ungewöhnlich rasch, aktuell liegen Kiel, Fehmarn, Travemünde und Zingst bei etwa 20 Grad, Usedom bei 21 Grad. Die neue Wärmephase mit 29 bis 36 Grad hält die Wärme im Wasser, nur kräftiger ablandiger Wind könnte über Auftriebswasser kurzzeitig für Abkühlung sorgen.

​Was Badegäste jetzt beachten sollten

Badeverbote gibt es deswegen nicht. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern, das sieben Ostsee-Badestellen beispielhaft beprobt, betont: Angst vor dem Baden zu haben, sei völlig unnötig. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetes, Leber- oder Herzerkrankungen. Für sie gilt: mit offenen oder frischen Wunden nicht ins Wasser, nach dem Bad gründlich abduschen und bei Rötung, Schwellung oder Fieber rasch ärztliche Hilfe suchen und den Ostseekontakt ausdrücklich erwähnen.